Mit persönlichen Geschichten, Musik und Tanz erforschen die Kinder die Bedeutung der Freiheit

Soeben fand in Madurodam die zehnte Auflage des Nationalen Kindergedenktages statt. In dem Jahr, in dem die Niederlande 80 Jahre Freiheit feiern, gaben Kinder ihre eigene Interpretation der Bedeutung von Freiheit - damals, heute und in Zukunft. Im Mittelpunkt des Gedenkens standen nicht nur die Opfer des Zweiten Weltkriegs, sondern auch die vielen Konflikte, die noch immer auf der ganzen Welt stattfinden, und die Rolle, die Kinder bei der Bewahrung der Freiheit spielen können. So erzählte Lilach (13) von ihrer 100-jährigen Urgroßmutter, die acht Konzentrationslager überlebt hat, und die Bürgermeister von Madurodam, Rand (18) und Logen (14), von ihrer Flucht aus Syrien in die Niederlande.

Ein besonderer Gast war George Maduro Alvarez-Correa, der Neffe des Kriegshelden George Maduro. Er wurde von Moderator Klaas van Kruistum interviewt. Kurz vor 20 Uhr blies Wouter (10) das Tattoo vom Leuchtturm aus, gefolgt von 2 Schweigeminuten. Die Gedenkveranstaltung endete mit einem Schweigemarsch durch den Park und einer Kranzniederlegung am Denkmal von George Maduro. Am frühen Nachmittag nahmen 800 Kinder aus sozial schwachen Vierteln an einem speziellen Nachmittagsprogramm teil, das ihnen auf spielerische Weise das Thema Gedenken näher brachte. Weitere Informationen finden Sie unter: www.nationalekinderherdenking.nl.

Hauptfoto: Kinder gedenken der 80 Jahre Freiheit und der Kriegsopfer in aller Welt während der Jubiläumsausgabe des Nationalen Kindergedenktags © Phil Nijhuis

In einer Zeit, in der Freiheit immer weniger selbstverständlich erscheint, ist es wichtiger denn je, über die Bedeutung der Freiheit und die Möglichkeiten zu ihrer Bewahrung nachzudenken. Kinder sind die Zukunft, und gerade deshalb ist es wichtig, dass sie in das Gedenken einbezogen werden und lernen, was es heißt, die Freiheit zu schützen. Dorien Korsten, Leiterin des Nationalen Kindergedenktags, blickt auf eine erfolgreiche Jubiläumsausgabe zurück:

"Geschichten, die sich während des Krieges zugetragen haben, oder Geschichten von Kindern, die den Krieg selbst erlebt haben, treffen Kinder schwer. Wir können ihnen diese Gefühle nicht nehmen, aber wir können ihnen Hoffnung geben. Genau das haben wir heute beim Nationalen Kindergedenktag getan. Es ist wichtig, immer wieder darüber zu sprechen und zu handeln, um die Freiheit zu bewahren, und auch dank dieses Gedenktages verstehen Kinder besser als alle anderen, wie wichtig ein Leben in Freiheit ist."

George Maduro Alvarez-Correa
Während des Eröffnungsprogramms wurde der Neffe des Kriegshelden George Maduro, George Maduro Alvarez-Correa, von Moderator Klaas van Kruistum interviewt. Er kam eigens aus Washington in die Niederlande, um den 10. Jahrestag des Nationalen Kindergedenktages und 80 Jahre Freiheit zu feiern. Außerdem sprach die Moderatorin und Influencerin Marije Zuurveld über ihre Rolle in der spannenden Zapp-Serie 'Oorlogsdetective' (KRONCRV), unterstützt durch einen mitreißenden Ausschnitt. Außerdem sprach sie über den interaktiven Film
'Daans unmögliche Entscheidungen', der vom National Children's Remembrance Service in Auftrag gegeben wurde, um Kinder entdecken zu lassen, wie schwierig es ist, in Kriegszeiten Entscheidungen zu treffen.

Foto oben: Klaas van Kruistum und George Maduro Alvarez-Correa. Foto unten: Adit und Marije Zuurveld © Phil Nijhuis

Kinder in der Hauptrolle
Die Jubiläumsausgabe wurde von der 11-jährigen Kinderreporterin und Podcast-Macherin Adit präsentiert. Mehrere junge Redner erzählten beeindruckende Geschichten, wie Lilach (13), die von ihrer 100-jährigen Urgroßmutter Esther Vleeschhouwer-Blocq berichtete, die acht Konzentrationslager überlebte. Rand (18) und Logen (14) erzählten von ihrer Flucht aus Syrien in die Niederlande. Auch Poesie, Musik und Tanz kamen nicht zu kurz: Stadtpoet Govert (13) trug ein selbstverfasstes Gedicht über Hoffnung vor, Felline (11) zeigte eine Tanzperformance und Miucha und Chiare sangen ein Lied aus dem Musical Soldier of Orange. Ein beeindruckender Moment war das Blasen des Tattoos vom Leuchtturm aus, das in diesem Jahr von dem 10-jährigen Wouter gespielt wurde - dem jüngsten Trompeter in der Geschichte des Kindergedenktags. Zuvor hatte Sahar (11) die Röhrenglocke angeschlagen.


Foto oben: Kranzniederlegung am Madurodam© Phil Nijhuis
Foto unten: Schweigemarsch durch den Park

Nachmittagsprogramm für Kinder aus sozial schwachen Stadtvierteln
Für Kinder aus sozial schwachen Vierteln, für die es nicht selbstverständlich ist, am Nationalen Kindergedenktag teilzunehmen, wurde ein spezielles Nachmittagsprogramm organisiert. Rund 800 Kinder aus dem ganzen Land nahmen an diesem Programm teil, bei dem sie spielerisch lernten, was Gedenken bedeutet, an wen gedacht wird und warum es wichtig ist, darüber nachzudenken, dass Freiheit nicht als selbstverständlich angesehen werden kann. So erzählte Benjamin (11) von der Scouting Subanhara Liemers Groep die Kriegsgeschichte von Bert Woudstra, einem jüdischen Pfadfinder, der während des Krieges an nicht weniger als 13 Orten untertauchen musste. Die Kinder bemalten Gedenksteine, nahmen an Sport- und Spielaktivitäten teil und entdeckten die Sehenswürdigkeiten von Madurodam. Nach einer Mahlzeit nahmen sie auch am Nationalen Kindergedenktag teil.


Fotos: Bemalen von Gedenksteinen während des Nachmittagsprogramms © Jasmijn Commeren

Foto oben: Lilach erzählt die Geschichte ihrer Urgroßmutter.
Foto unten: Kinder beim Nationalen Kindergedenktag © Phil Nijhuis